Waltzing Matilda

Bitte entschuldigt das Layout Problem. Aus irgendeinem Grund hat es alles total verhauen.

Eine Ode an die Freiheit.

Oh du Superland, schon am Flughafen überzeugst du mich. Du bist eindeutig gechillter als Neuseeland. Sogar die Pinguine sind hier besser.
An der Passkontrolle werde ich gefragt, wo ich unterkomme, ich sage, dass ich es nicht weiß. Der Passmann fragt mich was wäre, wenn ich nichts fände. Ich sage, ich finde bestimmt was. Und er winkt mich durch. Ob mein Zelt dreckig sei, fragt mich der Zollbeamte, als er auf meinen Zettel schaut und fast überall wo nein stehen sollte ein ja steht. Ja ich habe Holz und Muscheln dabei, Ja ich habe Outdoorequipment dabei, ja ich war in den letzten Wochen in der Wildnis unterwegs.
Aber es bleibt bei den Fragen, dann soll ich einen Sondergang nehmen, da steht sonst niemand, nur am Ende ein Drogenhund. Ich muss schmunzeln. Wahrscheinlich sehe ich nach meiner Zeit mit Marcello und Sunny zu sehr aus wie ein verlodderter Hippie der Gras in der Tasche hat. Der erste Drogenhund weigert sich in meine Nähe zu kommen und bockt. Ich schmunzel, aber der Hundemann lacht nicht. Plötzlich schnuppert eine feuchte Nase von hinten an mir und stapft nach 2 Sekunden desinteressiert davon. Alles gut, du kannst durch. COOL! In Neuseeland brauchte die „Biosecurity“ satte 90 Minuten, um das saubere Zelt und die sauberen Stiefel sowie den Inhalt meines Rucksacks auf Sporen und Schmutz zu testen. Es könnte ja schließlich eine fremde Fruchtfliege ihre gesamte Landwirtschaft zerstören. Von Australien hatte ich gehört sie seien noch strenger. Nix da. Schon am Flugschalter machten sie kein Theater wie die Neuseeländer über mein One-way-ticket. Ob sie das nicht bereuen werden? Hehe.


Melbourne, die Hauptstadt von Victoria, ganz im Süden Australiens.
Ich habe mir für Australien neue Herausforderungen gestellt: Kein mobiles Internet und keine Jobs auf Segelbooten. Ich will mich stärker einschränken, meine Komfortzone häufiger überwinden und ich habe nach beinahe zwei Jahren Walz das Bedürfnis mich noch stärker an die Regeln der „zünftigen“ Wandersgesellen zu halten. Nur von meinem Zelt, Schlafsack und Isomatte mag ich mich nicht trennen, das ist das Einzige was mich davon abhält, nicht wie andere Wandersgesellen mit nur einem geschnürten Bündel zu reisen.

Es ist eigenartig. Die Wandersgesellen, die ich persönlich kenne, haben alle innerhalb der ersten 1-2 Jahre ihren Schacht verlassen oder die Walz ganz abgebrochen, weil ihnen die dogmatische Kontrolle und die Einschränkung ihrer Freiheit durch den Schacht auf den Keks gegangen ist. Ich habe es umgekehrt gemacht, mich von Anfang an abgespalten und meine eigenen Regeln aufgestellt und habe auf einmal das Bedürfnis extremer zu werden.
In Melbourne angekommen starte ich direkt am Flughafen mit dem Hitchhiken.

Das jüdische Viertel

Ein paar Stunden später bin ich nicht nur im ultrajüdischen Viertel der Stadt, sondern auch um ein paar Bekanntschaften und Emails und Telefonnummern reicher. Alles so liebe Menschen. Erst Edmund aus Indien, dann mein erster Ozzi Tom, der mich auf einen Stadtplan starren sieht, dann spreche ich den Kiwi Michael an, wo es was günstiges zu Essen gebe, woraufhin er mich kurzerhand durch die ganze Stadt fährt und am Hostel absetzt. Weil das auf den ersten Blick ziemlich verboten wirkt, bietet er mir alternativ seine Couch an und zuletzt an diesem wunderbaren Tag lerne ich auf der Straße Nathan kennen, den ich quasi vom Fahrrad reiße, um nach dem Weg zum Supermarkt zu fragen und dem ich am Ende erzähle ich müsse in zwei Tagen aus dem Hostel raus und wisse nicht wohin und überhaupt und dann ebenfalls eine Einladung auf die Couch erhalte.

Es ist schwer den Charakter der Stadt gebührend festzuhalten. Der Eindruck der hier entsteht ist eher langweilig.

Ich liebe dieses Bild.
Mitten in der Stadt am Pier, kann man jeden Abend zur Daemmerung die Pinguine sehen. Umsonst und draussen.

In der ersten Woche erkunde ich die Stadt. Es ist die zweite Stadt seit meiner Abreise, die ich genieße (neben Mendoza, zur Erinnerung) Und die erste Stadt in der jeder gerne lebt. Alle die ich frage, sagen sie lieben Melbourne und könnten sich keine bessere Stadt vorstellen, wer hat das schonmal erlebt?! Ich jedenfalls nicht. Überall wo ich bisher war, erzählen dir die Menschen erst einmal wo es zu gefährlich, zu teuer, zu dreckig ist, dass sie zu viel arbeiten und sich zu viel fürchten, die Politiker scheiße sind und die Ausländer ein Problem. Nicht so in Melbourne, das, wie ich erst viel später erfahre, genau so groß ist wie Berlin. Es ist die erste Stadt in der ich mich selbst als Vagabund sicher fühle, nachts und zu jeder Zeit das Gefühl habe, dass diese Stadt einfach alle gern hat. Ich bin absolut begeistert. Ja sogar Kultur und Geschichte ist hier vorhanden! Seit Südamerika hab ich keine historischen Gebäude mehr gesehen, Häuser aus Stein und Ziegeln, mit würdevollen Ornamenten und vernarbten Fassaden. Endlich haben die Häuser eine Seele. Jedes ist ein Unikat und ich bewege mich am liebsten in den Nebenstraßen und schaue mir ein Haus nach dem anderen an. Kaum ein Haus gleicht dem nächsten, auch Geschäfte und Cafes sind überwiegend Einzelhandel, Ketten sieht man kaum. Überall sind Parks, die Stadt ist verrückt nach Sport, es gibt einen Strand, kostenlosen Golfplatz, eine kostenlose Straßenbahnlinie im Zentrum, Museen, sehr viel Straßenkunst, Menschen und Essen aus aller Welt und trotz der Größe der Stadt sind die Leute hilfsbereit, einladend und irgendwie großzügig. Melbourne, ich liebe dich.

Seit ich in Australien bin, war ich kein einziges Mal einkaufen. Habe keinen Supermarkt von innen gesehen. (Stand Mitte Dezember / Anm. der Redaktion) Dafür kenne ich mich jetzt bestens auf den Märkten und den Hinterhöfen aus, gehe sogar am hellichten Tag „diven“. Queen Victoria Market ist der größte Markt der Stadt und an 5 Tagen der Woche offen. Ich gehe zu Marktschluss und schaue sogar ganz offiziell, wie einige andere auch, in die grünen Tonnen zwischen den Marktgassen. Es ist voll. Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln, mal eine komplette Tonne Gurken oder Tomaten, an manchen Tagen Mangos und Paprika, an anderen Erdbeeren und Grünkohl. Manchmal stellen die Händler sogar ihre Ware in Tüten zum Mitnehmen an den Rand. Ich finde stets mehr als ich brauche und teile meine Beute gerne mit den Leuten vom Hostel und später meinen anderen Gastgebern. Es ist noch nie jemand krank geworden. Hinter den Bäckereien finde ich in der Regel Brote, die in Deutschland höchstens als Putzschwamm verschenkt werden, aber ich tue eine Bäckerei auf, die Roggenbrote backt. Am Ende meiner Woche in Melbourne komme ich zu der traurigen Überzeugung, dass ich süchtig bin nach Tonnen. Nicht weil ich so hungrig bin oder mir nichts leisten kann (inzwischen kann ich gar nicht mehr so viel essen, wie ich finde), sondern weil es mich einfach jedes Mal mit Endorphinen durchströmt, wenn ich von meiner Razzia wieder komme. Wie kann es sein, dass so viel Überfluss vorhanden ist, und Menschen an Unterernährung oder Vitaminmangel sterben. Ich spreche gar nicht von jenen Regionen fernab dieses Überflüsses, wo Menschen an Hunger sterben, sondern von Melbourne selbst! Köln und Berlin, wo manche Menschen nur Schrott essen, weil sie sich außer Weißbrot und Wurst nichts leisten können! Wenn ich in die Tonne schaue, sehe ich, es ist genug für alle da. Und vor allem sehr gesunde Sachen.

Ein Blick in die Tonnen.
Das Restaurant „Lentils as Anything“ bietet köstliches Essen aus aller Welt in toller Atmosphäre gegen Spende. Statt Geld zu spenden, arbeite ich 1,5 Stunden mit in der Küche und schneide 40kg Rote Beete.
Mein Bett in Melbourne. Ein neues Abenteuer für mich.

Nach einer Woche in Melbourne traf ich mich mit Michael, den ich über die Website Workaway gefunden hatte und, wo ich hoffte ein paar Tage gegen Kost und Logie aushelfen zu können. Er beschrieb seine Farm so, dass ich meinte es wäre genau mein Ding: bauen mit recycelten Baustoffen, eigenes Gemüse anbauen, Komposttoilette und Solarenergie. Hobbithäuser bauen und einen historischen Zigeuner-Caravan restaurieren…Ein Grundstück im Wald, ohne Nachbarn, und jeder darf an einem Projekt seiner Wahl arbeiten… Woww….
Wie der Zufall es wollte, war Michael Deutscher. Ja, Schwabe sogar! Als ich ihn traf, musste ich mir verkneifen ihm seine äußere Ähnlichkeit mit Gollum zu offenbaren. Wir trafen uns zu Fish and Chips am Hafen, er überließ mir ein Fahrrad und kam mich ein paar Tage später abholen, weil er nicht wollte, dass ich zu seiner Farm hitchhike. Ein super lieber Mensch. Ich spürte schon, dass etwas Großes mich erwartete, als ich die Nacht vor seiner Ankunft in seinem Melbourner-Vorgarten zelten wollte. Er schrieb mir per SMS, dass dort kein Platz sei. Für MEIN Zelt ist immer Platz, dachte ich mir und fuhr hin. Ich musste leider einsehen, dass er Recht hatte und hatte nun so allmählich eine tragische Vorahnung. Michael ist ein Messi.
Ich schlief die Nacht auf einer improvisierten Plattform aus Milchkisten und einem Brett, darauf meine Isomatte und Schalfsack. Tip-top, Fünf-Sterne-Bett mit Blick auf die Milchstraße. Nur auf die Mücken hätte ich verzichten können. Michael kam in der Früh und ich verbrachte die längsten und angespanntesten 16 Stunden mit ihm und seinen zwei Hunden auf Schrottsuche und Einkäufen in der Stadt. Das Auto (ein Kleinbus) war mein Albtraum. Voll mit Hundehaaren, muffelig, die Hunde mit sämtlichen Körperteilen auf mir, über mir, unter mir, und ständig in Bewegung, konnten nicht stillsitzen und Micha sie nicht von meinem Sitzplatz verweisen, weil das für gewöhnlich ihr Sitzplatz ist…Die Klamotten, die ich erfolgreich mehrere Tage getragen hatte, ohne sie zu beschmutzen, waren innerhalb von 30min staubig, haarig und mit Sicherheit verlaust. Ich fand es widerlich! Am Abend war das Auto bis unter die Decke voll mit Essen (Michas Wortlaut: ich bin noch nie mit so einem leeren Wagen zurück gefahren!) und Baumaterialien vom Schrottplatz oder von der Straße (auch dumpster diving, nur nicht essbar;). Gegen Mitternacht („da ist selten Polizei unterwegs…“) konnten wir endlich die Stadt verlassen. Ich weiß nicht, wie ich diesen Tag und die nächsten zwei überstanden habe und nicht an Herzinfarkt gestorben bin. Micha hatte mir am Nachmittag seine Bude in Melbourne gezeigt: ein riesengroßes Haus mit Garten, alles vollgestellt bis unter die Decke bis auf eine kleine Laufgasse zwischen den Türen. Es war nicht dreckig oder siffig, einfach nur VOLL. Welche Funktion die Räume mal hatten, war gar nicht mehr erkenntlich. Und ja, auch der Garten war eine Müllhalde. Eigentlich hätte ich mich dort schon freundlich verabschieden können.
Als wir mitten in der Nacht nach einem langen Tag und dann noch 4 Stunden Fahrt endlich ankamen, hätte ich Amok laufen können, als wir durch die Dunkelheit tapsten und nach dem Zelt suchten, dass die anderen Volunteers für mich hatten aufbauen sollen. Man wünscht sich ja nichts sehnlicher als ein weiches, sauberes Bett mit flauschigen Laken und einem bequemen Kissen, wenn man schon eine Weile unterwegs ist. Das ist für mich sowieso einer der wichtigsten Anreize überhaupt zu einem Workaway zu gehen: für ein paar Wochen mal nicht unterwegs sein und ein paar Bequemlichkeiten genießen. Das Zelt war noch kleiner als mein eigenes – und leer. Kein gar nichts drin. Um beinahe vier Uhr morgens war ich zu genervt und enttäuscht, um mich noch zu beschweren. Dass ich überhaupt in einem Zelt schlief, war eine Enttäuschung und dann auch noch so ein Scheißzelt. Menno. Lass mich jetzt einfach nur in Ruhe.

Trotz allem ist es auch wirklich ein sehr schönes Fleckchen.
Mit Micha, Fabio und Josh.

Am nächsten Morgen lernte ich die anderen beiden Volunteers kennen. Fabio aus Südfrankreich und Josh aus Australien. Sie wohnten nicht viel besser als ich. Was uns umgab war Chaos. Ein Schrottplatz im Wald. Hier und da ein paar Wellblechdächer, Container, landwirtschaftliche Großmaschinen, Zäune, Fahrräder, Baustoffe, alles was das Herz begehrt, hier und dort ein paar hübsche Kunstgegenstände. Ein fantastischer Spielplatz, nur leider viel zu unordentlich und viel zu viel.
Die Küche war atemberaubend. Sie bestand aus hochwertigen Industrieküchenmöbeln unter einem weißen Zeltdach. Zu den Seiten offen und wieder einmal bis aus eine kleine Laufgasse zur Gasplatte vollgestellt mit Zeug. Elektrowaren, Holzmöbel, Kabel, Küchenwaren für ein ganzes Dorf und lauter Scheiß, der einfach nur im Weg war. Kein fließendes Wasser, überall standen kleine Töpfe und Schalen herum mit moddrigem Regenwasser und Mosiktozuchten, Blumentöpfe mit kleinen Setzlingen für den Garten, Schlüsseln mit dreckigen Geschirr, das zum Einweichen in den Regen gestellt wurde. Wäre die Küche aufgeräumt gewesen, wäre alles in Ordnung gewesen, an sich ein netter Ort. Zusammen mit den anderen beiden, packten wir an und räumten auf, während Micha noch schlief. Josh und Fabio wirkten genauso überfordert wie ich.


Michas Grundstück ist paradiesisch schön und nicht gerade klein. Vor 13 Jahren stand hier kein Baum.

Die nächsten drei, vier Tage kämpfte ich wirklich gegen meinen inneren Drang an, schreiend davon zu rennen. Nicht etwa weil ich eine Schlange oder Spinne gesehen hatte, sondern weil mich Micha und seine Welt völlig an die Grenzen der Geduld brachte. Den anderen ging es genauso. Er hatte gesagt, jeder könne machen, was er wolle. Die Realität sah anders aus. Wenn ich vorschlug die Küche zu entrümpeln hieß es, ja wo sollen dann die Sachen hin? Dann sagte ich, ok, lass uns die Sachen umräumen und bedecken. Nein, das wäre ja dann doppelte Arbeit, schließlich wolle er eigentlich einen Schuppen für die Sachen bauen. Ey Micha, du brauchst 100 Schuppen für deine Sachen! Ok sagte ich, dann bauen wir schnell einen Schuppen. Fabio wollte sich ein Häuschen bauen und hatte dafür schon eine Fläche geebnet. Josh und ich beschlossen also den Schuppen für den Küchenkrempel zu bauen, damit die Küche endlich eine Küche wurde. Von wegen mal schnell den Schuppen bauen. Micha wollte keine halben Sachen und gleich einen ordentlichen Schuppen bauen. Mit Wasserwaage den Lehmboden weghacken und den Boden eben machen. Die Stützen ordentlich fundamentieren. Ich hatte da eher an eine Bretterbude gedacht, die wir in einem Tag aufbauen. Egal was wir anfingen, mit Micha dauerte alles 20 Mal so lang. Dann musste hier erstmal ein Schrotthaufen zur Seite geräumt werden, um für den anderen Schrotthaufen Platz zu machen, dann fand er manche Werkzeuge oder Kleinteile lange nicht, dann konnten die Akkus nicht aufgeladen werden, weil der Stromkasten für die Solarpaneele defekt war, dann war dies nicht recht oder jenes. Wir arbeiteten 10 Minuten, um dann 45 Minuten auf Micha zu warten, weil er was suchte oder uns vergaß und sich in den Wald stellte und Äste zerkleinerte. Josh, auch ein Handwerker, war total genervt. Der Schuppen wurde nie vervollständigt, die Küche nur notdürftig freigeschaufelt, Josh beschloss letztendlich ein neues Bauprojekt anzufangen und ich half lieber Fabio mit seiner Hütte. Ich schätze wir blieben alle, weil wir das dringende Bedürfnis hatten Micha zu helfen einen Grundstein für zukünftige Volunteers zu legen. Kein Mensch würde hier länger bleiben wollen, wenn die Grundlagen weiterhin fehlten. Die Dusche war defekt, der Gemüsegarten brachte keine Ernten, der Wohnwagen war zugerümpelt und unbrauchbar, es gab keinen einzigen Ort, wo man im Trockenen und Warmen sitzen oder schlafen konnte, wie wir erbittert selbst erfahren mussten, als es eine ganze Woche regnete. Wir wurden alle krank und schlecht gelaunt – bis auf Micha, der alles immer schön redete. Jeder von uns erkannte, dass Micha ein guter Mensch ist, der große und wunderbare Visionen hat, die jeder von uns mit ihm teilte. Er ist großzügig, hilfsbereit, und sehr sanftmütig, aber eines konnte er nicht: managen. Er ging die Dinge falsch an – auch wenn er das anders sieht. Er kaufte das Grundstück vor 13 Jahren nach einem Waldbrand. Es erstreckt sich über 3 Hügel, mehrere Täler und verfügt über zahlreiche Bäche. Es ist ein grandioses Grundstück und bietet alle Möglichkeiten für ein Selbstversorger-Dörfchen. Doch in 13 Jahren hatte Micha sich im Wesentlichen damit befasst aufzuforsten, kleine Dämme zu bauen und sich in den Wald zu stellen und per Hand Äste kleinzubrechen und in die Mulden ehemaliger Baumstämme zu legen, damit sie Mulch bilden und Erosion vermeiden – und in das Heranbringen von Baumaterialien und Großmaschinen für seine zahlreichen Ideen: Hobbithäuser, ein Apple-Museum (für die ganzen Apple Computer, die er gesammelt hat), eine Kunstgalerie, Fahrradwerkstatt und Shop (er hat über 1000 Fahrräder), eine solare Schmelzanlage für Metall, eine Bibliothek, ein Haus im Stile von Schloss Sanssouci….Seine Liste war lang. Er hatte aber noch kein einziges Haus gebaut, keinen Wassertank angelegt. Alle zwei Wochen hatte er neue Schrottfundstücke angekarrt – für die hoffentlich irgendwann mit ihm hier lebenden Gleichgesinnten, ohne die er all seine Träume nicht umsetzen kann. Der Wald hatte sich inzwischen regeneriert und wächst und gedeiht wie wahnsinnig, nur, dass seine handvoll Obstbäume und Nussbäume nicht genug Licht bekommen und daher keine Ernten tragen. Auch seine Gemüsebeete hat er mitten im Wald angelegt. Ich bin kein Bauer, aber wenn mir jemand sagt, dass er seit 13 Jahren Essen anbaut, aber noch nie was davon gegessen hat, dann weiß selbst ich, dass was nicht stimmt.
Ich versuchte mehrfach mit ihm zu besprechen, was sich meiner Meinung nach ändern müsste, damit die Leute motiviert sind zu bleiben. Aber ich glaube es hat nichts gebracht. Dieser sanfte und großzügige Mensch ist zwar intelligent, aber nicht schlau. Er nimmt vermutlich an, dass er 500 Jahre alt wird und daher genug Zeit hat, all seine Ziele zu erreichen. Ich tat was ich konnte und baute mit Fabio ein Haus. Wir befürchten jetzt nur, dass Micha es inzwischen wieder mit Schrott vollgestellt hat, anstelle es für zukünftige Volunteers als Wohnort herzurichten.

Im nächsten Ort gehen Josh und ich Dumpster Diven und finden neben jeder Menge Essen und 50 Paketen Lindt-Schokolade auch eine Tonne mit ca 70 Daunenjacken der renommierten Outdoorfirma Kathmandu. Jede Jacke hat einen Wert von 400-500 Dollar – und landet in der Tonne, weil der Laden auf Sommersaison umstellt. Statt die Jacken zu spenden, werden sie mit Scheren angeschnitten, so sind sie unbrauchbar. Ich stand weinend an der Seite und ärgerte mich daruber, dass ich keine Kamera dabei hatte, um die Firma öffentlich bloß zustellen.

Nach zwei Wochen verließ ich den Wald und zog um in ein Dorf mit dem melodischen Namen Violet Town. Es war auch ein workaway, auch eine sogenannte Permakulturfarm, mit dem feinen Unterschied zu Michael, dass sie bereits seit Jahren funktionierte und erfolgreich operierte.

Sie verfolgen mich…

Murrnong:
Ich fühlte mich auf Anhieb wohl bei David und Cecilia auf der Murrnong Farm. Cecilia ist Schwedin und seit zwei Jahren mit David verheiratet. Er hat schon seit den 90er Jahren das Grundstück und es von Anfang an als Permakulturfarm aufgebaut.
Ein paar Worte zur Permakultur. Permakultur versucht in einem ganzheitlichen Ansatz umweltfreundliches Dasein zu generieren. Das Konzept der Permakultur wurde in Australien von zwei Männern entwickelt, zunächst mit einem Fokus auf der Agrarwirtschaft. Sie fanden, dass die moderne Landwirtschaft auf Dauer das Land degeneriert und verödet und entwickelten auf Grundlage alten und lokalen Wissens ein neues Konzept, das mehr Nachhaltigkeit versprach. David Holmgren, einer dieser beiden Männer (aber ein anderer David als „meiner“), begann die Theorie in die Praxis umzusetzen und stellte fest, dass es mit der Landwirtschaft allein noch nicht getan war und baute seine Konzeptideen weiter aus. Um in einer Balance zu leben, muss man auch das Bauwesen, Transportmittel, Erziehung, Berufsleben und vieles mehr mit einbeziehen. Die sogenannten „Permaculture Design Principles“, die er in den folgenden Jahrzehnten entwickelte und ausbaute, zählen heute zu Australiens größtem immateriellen Exportprodukt.
Natürlich hat er das Rad nicht neu erfunden, im Gegenteil, seine Thesen beruhen auf sehr alten, traditionellen Methoden, die er fürs Jetzt modifiziert, und die logischerweise auf jeden Ort individuell angepasst werden sollten. Das Schöne ist, dass die Prinzipien einer nachhaltigen Existenz nach den Regeln der Permakultur nicht nur auf einer großen Farm umgesetzt werden können, sondern selbst in einer Stadt möglich sind.
Die Farm auf der ich nun war, war ein Lebendbeispiel für die Anwendung der Permakulturprinzipien. Es war mir seit Jahren ein Anliegen mehr darüber zu lernen und ich hatte mir einige, ja vllt sogar die meisten Puzzleteile schon angeeignet und brauchte nun jemanden der mir zeigte wie man sie zusammensetzt.
Ich war genau am rechten Platz und liebte es.

Nach der Unterkunft bei Micha, sind diese Zelte der Hammer. Mit echtem Bett, Moskitonetz und einem Nachttisch und Lampe.

Die Farm ist nur 200x400m. Für Australien ein Witz. David und Cecilia farmen nicht für den Verkauf, sondern für die Selbstversorgung. Nur was im Überfluss ist, und das ist nicht wenig, wird gelegentlich verkauft, wenn es nicht anderweitig haltbar gemacht werden kann. Die Farm besteht aus einer Olivenplantage mit etwa 270 Bäumen, einer gemischten Obst- und Nussbaumplantage mit ebenfalls etwa 250 Bäumen, zwei Gemüsegärten, einem Wasserloch, einem Bach, einem Wasserturm, einem Regenwassertank, ein Hühnerhaus mit 15 Hühnern, 5 Ziegen, einem Wohnhaus aus Lehmziegeln und Holz, sowie einem Strohballen-Häuschen.
Beinahe alles, was wir hier konsumieren, wird auch hier produziert, alles andere wird bei anderen Biohändlern gekauft. Das Geld für die Einkäufe stammt entweder von den Verkäufen der Farmprodukte (im Wesentlichen sind das Olivenöl, Marmeladen, Pestos und frisches Saisonobst wie Feigen, Nektarinen, Pfirsiche etc.) oder von den Lehrveranstaltungen, die David hält und Beraterdienstleistungen für Leute, die eine Farm übernehmen etc.
Alles was auf der Farm als Abfallprodukt entsteht, wird auf der Farm wiederverwendet. Ich habe einen Monat lang keinen Müll zur Straße gebracht.
David und Cecilia sind geduldige und gute Lehrer. Sie geizen nicht mit der Weitergabe ihrer Kenntnisse. So lernen die Französin Marine und ich sehr schnell wie man die Ziegen melkt, Käse und Jogurt macht, Bäume richtig schneidet und pflanzt, wir pflücken Obst und verarbeiten es für die Wintermonate, wir brauen Bier, wir fahren mit zum Markt und helfen mit im Haushalt. Es ist definitiv ständige Arbeit, aber es ist auch erfüllend.


Mandeln nach der Ernte knacken und dann einfrieren.
Nach ein paar Wochen: Upgrade vom Zelt zum Lehmhaus. 😉
David ganz links, am Tischende Cecilia. Wir feiern Davids Geburtstag mit den Volunteers und Davids Eltern.
Weihnachten
In der letzten Woche helfe ich dabei, diese Zwischenetage zu bauen.

Nach vier Wochen, die Hose kneift und ich sehne mich nach neuen Abenteuern, war ich bereit weiter zu ziehen und was vom Land zu sehen. Ich kann doch nicht Australien verlassen, ohne ein wenig roten Sand und Kängurus gesehen zu haben.

Bevor ich mich verabsentiere lege ich noch eine Hilfswoche in Euroa ein und baue für Teddy eine Spielplattform im Garten.

Ich verbrachte zunächst ein paar Tage in Euroa bei Emily und Co, dann beschloss ich für ein paar Tage in den Busch zu gehen. Jedes Mal, wenn ich Zeit mit Familien mit kleinen Kindern verbringe, werde ich in meine eigene Kindheit zurückversetzt und beginne Dinge zu verstehen und andere zu hinterfragen, über die ich noch nie so nachgedacht habe. Nicht selten stehe ich da und frage mich: war ich auch so? Oder ich stehe da und denke, Jetzt verstehe ich meine Eltern besser. Damals fand ich Regeln und Grenzen natürlich total bescheuert. Immer häufiger bin ich dankbar und finde, dass meine Eltern ziemlich gute Eltern waren. <3 Und heute bin ich vor allem dankbar, dass meine Eltern mit Geduld und Fassung tragen, was ich hier so ‚anstelle‘ und was dieser Blog ihnen an Monströsitäten über mich und meine Reisen verrät.

Emily und Andrew stritten ständig und sprachen gehässig miteinander, der aufbrausende Charakter vom kleinen Teddy war ein Spiegel der häuslichen Situation, die ihm keine Stabilität und Routine gibt. Nach 10 Tagen hatte ich genug. Jetzt wollte ich allein sein und mich weiter im Survival üben. Von dort komme ich gerade zurück. Und zum ersten Mal seit Monaten bin ich mit diesem Blog mal einigermaßen up-to-date.


Ein Blick über Victoria vom Wombat Hill. Hier ist auch eine Feuerbeobachtungsstation. Es gibt einen Aufpasser, der den ganzen Tag über die Ebenen schaut und nach Rauch sucht und dann die Feuerwehr alarmiert.
Es ist so, als würden wir uns seit langem kennen, dieses Land und ich. Ich fühle mich so geerdet wie lange nicht und sehe Anzeichen dafür, dass meine Seele in einem früheren Leben schonmal hier war. Rollt jetzt nicht die Augen. Ich glaube inzwischen daran.
Wenn ich den Australiern erklären will, was ein Wandersgeselle ist, dann brauche ich nur zu sagen „eine tugendhafte Version des Swagman„.

Das Lied Waltzing Mathilda, das ich erst unlängst hier entdeckte, ist nichts anderes als ein Lied über die Wanderschaft. Und den Swagman und seine Freiheit.

Das Lied erzählt die Geschichte eines Swagman (Wanderarbeiter, Landstreicher), der an einem Billabong (einem Wasserloch im australischen Outback) unter einem Eukalyptusbaum sein Lager aufgeschlagen hat. Er fängt ein herumstreunendes Schaf, um es zu schlachten. Als der Eigentümer des Schafs in Begleitung von drei Polizisten erscheint, ertränkt er sich lieber selbst, als seine Freiheit durch eine Festnahme zu verlieren.

Nicht, dass ich vorhätte das Gleiche zu tun.

Australien war gar nicht auf meiner Liste gewesen, jetzt gehört es zu den Ländern, die mir am besten gefallen, die, wie ich neulich feststellte, alle mit A anfangen. A wie Auswandern? A wie Argentinien, Alaska und Australien.

Die Australier und das Land (von dem ich nur so wenig gesehen habe) haben schon jetzt mein Herz erobert mit ihrem rauhem, aneckenden Äusseren und ihrem einladenen, hilfsbereiten Charakter. Sie sind nicht langweilig wie die glatten Kiwis. Die Ozzis sind Streuner. Abenteuerlich, gesetzlos und unkonventionell. Ich mag Streuner 🙂

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Australien, das Land wo man in den Busch geht, um wilde Tiere zu sehen, um sie dann im Zeitungsladen zu finden. (Da laufe ich 7 Tage durch den Busch, durch hüfthohes Gras und brauche für jeden Kilometer eine ganze Stunde, weil ich mich vor Schlangen und Echsen fürchte – und kaum bin ich wieder in der Stadt und laufe unachtsam durch die Hauptstraße, als eine Black Snake auf dem Fußgängerstreifen die Menschen überrascht. Die Menschen machen ihr Angst und sie verzieht sich in die nächste Einfahrt. Der erste Unterschlupf, der ihr Schutz verspricht, ist ein Spalt unter einer Seitentür. Ich ahne was jetzt passieren muss. Die Schlange gleitet elegant in den Spalt – und in den Zeitungskiosk Euroas. Herrlich.

Australien, das Land, wo Frauen sich nicht die Beine rasieren. (Verallgemeinerungen sind immer richtig)

Australien, das Land wo man Ziegen im Vorgarten der Stadt hält. Von Hühnern brauch ich gar nicht sprechen.

Australien, das Land wo jeder ein Spaceship hat, um an den Wochenenden campen zu gehen

Beinahe jeder in Australien hat ein Pickup mit zahlreichen Funktionen für den Busch: Sonnensegel, Dachzelt, Kocher, Coolbox, Tische und Stühle, Angelequipment, Anhänger mit Boot und weiss der Geier was noch. Sie kommen an und man kann sie 90 min dabei beobachten, wie sie ihr Spaceshuttle auseinanderziehen.

Australien, das Land, wo ich so viele Menschen treffe, die mich inspirieren:

Leah, deren Haus zwar voll und bunt ist, aber einen unglaublichen Frieden versprüht.Shane und seine Frau Sarah-Jane, die mich für ein paar Tage beherbergen:

Eine urbane Permakultur-Wohngemeinschaft in Melbourne:

Australien, das Land, wo ich jeden Tag was Schönes sehe.

Australien, das Land, wo man sich über den Regen freut.



Meine Buschwanderung am Seven Creeks, sie fällt mitten in eine Hitzewelle. Ich will dem Flusslauf folgen und bis nach Euroa zurück laufen. Ich will niemanden sehen und mich einzig von meinen Vorräten ernähren und vom Wasser aus dem Bach. Ich habe Vorräte für ca 10 Tage und 6 Liter Wasser.

Meldung: Junge Deutsche geht für Survivalexperiment in den australischen Busch nahe Strathbogie. Das Experiment geht mächtig schief. Sie trifft allerlei Leute, die ihr Zucchinis, Quiches und Getränke aufdrücken, gegen ihren ausdrücklichen Wunsch. Nach einer Woche bricht sie die Wanderung ab. Ihr Kommentar: „Die Australier sind zu nett, es ist aussichtslos.“


Tag 1-4: wegen der Feuerwarnungen bleibe ich an einer Stelle, auf einem Farmland von Bekannten von Bekannten . Ich verbringe die Tage untem am Bach und tue im Wesentlichen NIX. Beobachte die Natur, lerne von ihr, schlafe viel, versuche zu fischen, und komme tatsächlich Auge in Auge mit einer Brown Snake, als ich versuche Grashüpfer zu fangen. Sie erschrickt sich genauso sehr, wie ich und wir fliehen in entgegengesetzte Richtungen.


Endlich habe ich Gelegenheit nur mit dem Innenzelt zu schlafen. Danach fällt es schwer wieder umzustellen. Zu schön ist es die Umgebung beobachten zu können und Tiere zu sehen, die Sterne und den Nachthimmel.
Tag 5: Eindeutig der schwerste von allen. Ich laufe los und stelle ernüchtert fest, Mensch, das ist ja ganz schön herausfordernd. Wege gibt es keine, also folge ich so gut ich kann den Hüpfgassen der Kängurus und Wallabies. Doch oft verstellen mir stachelige Beerenbüsche den Weg und ich muss ausweichen. Sobald ich ausweiche, befinde ich mich im hohen Gras, wo ich aufpassen muss, wohin ich den Fuss setze. Ich brauche 1 Stunde pro Kilometer. Das ist mir noch nie passiert. Ich mache möglichst viel Krach während ich gehe und stecke meinen Stock immer vorher auf den Grund. Damit wedele ich auch Spinnennetze fort. Ich sehe hier und da ein paar Schlangenhäute, eine stille Erinnerung an die Gefahr, die da lauert.
An solchen Stellen sind Feuchtigkeitspunkte, möglicherweise sogar kleine Quellen zum Grundwasser.
Auf einmal nähere ich mich einer solchen feuchteren, fruchtbaren Stelle und denke mir schon, oh, hier wäre der perfekte Unterschlupf für eine Schlange, als ich 3m vor mir einen riesigen schuppigen Kopf aus dem Gras neben einem umgestürzten Baumstamm äugeln sehe. Er schaut mich an, zugegebermassen etwas träge und gelangweilt, aber bei mir stellen sich die Nackenhärchen auf. Der Kopf ist groß! Ca 10 cm lang und dementsprechend breit. Eine pinke, gespaltene Zunge zuckt nach vorne. Der dicke Leib versteckt sich in der Vegetation, er ist dunkelbraun mit rotbraunen Mustern. Ich habe keine Ahnung ob es eine Schlange ist, oder eine Echse. Ich kenne nur die Brown und die Black Snake, davon ist es keine. Aber es ist mir ehrlich gesagt so oder so zu ungeheuer – ich will möglichst weit um das Tier herum. Bilder davon, wie es in einem Augenzwinkern die 3m Distanz zu mir  zurücklegt und mich beißt, gehen mir durch den Kopf. Zu meiner linken ist der Zaun zum privaten Farmland (No TRESPASSING!), rechts das Dickicht des Baches. Ich gehe links, so nah am Zaun wie möglich, so weit wie möglich von Schuppi. Wenn man sich umdreht und das Vieh verschwunden ist, ist man nicht gerade erleichtert. WO zum Teufel ist es!! Hahaha…..

Wie auch immer, ich gehe forschen Schrittes weiter, bis ich eine Stelle finde, an der ich über den Zaun klettere, scheiß auf Privat, ich kann immer erklären, warum ich dort lang laufe, solange ich in der Nähe des Zaunes bleibe. Es ist ein Elektrozaun, ich berühre ihn zum testen, ob er Strom führt. Nix. Topp, nix wie rüber. Da drüben ist das Gras kurz und man sieht wohin man tritt.


Oben: wo Mensch sein Unwesen treibt. Unten: wo Natur ihr Unwesen treibt.
Ich hebe meinen Rucksack rüber, springe dann selber und dann ZACK! AUUU!!! Verdammt, das war ein Stromschlag. Mistding!!! Immerhin passiert es mir nur einmal.


Später erfahre ich von meinen Freunden, dass es sich bei Schuppi wohl um ein Exemplar eines Goannas gehandelt hat. Die sind friedlich. (https://www.shutterstock.com/image-photo/sand-goanna-varanus-gouldii-maldon-victoria-766188079

Bei über 40 Grad nehme ich mehrmals täglich ein Bad im Creek. Mit Klamotten, damit sie mich länger kühlen. Aber selbst damit sind sie nach 10-15 min wieder trocken.
Und zu eurer Info: Krokodile gibt es hier unten keine 🙂
Die Strecke, die ich laufe  ist nicht als Wanderweg ausgebaut. Ich muss mir selber einen Weg suchen und nicht selten den Rucksack absetzen, klettern und weiterziehen.
Tag 6: ich übernachte auf den Granitfelsen.

Tag 8: ich habe die Gooram Falls erreicht und werde abgeholt zum Kayak fahren in einer anderen Ecke. Meine Buschwanderung ist vorerst beendet.

Nach einer Woche wurde ich abgeholt und fuhr mit einer Gruppe neuer Freunde zum Kayakfahren. Derzeit bin ich in Euroa, wohne bei Karen und ihrem 13-jährigen Sohn Jesse und bereite mich auf meinen nächsten Ortswechel vor.
Mein nächstes Ziel ist Mt. Arapiles, wo ich hoffe ein wenig klettern gehen zu können. Außerdem hoffe ich einen Eindruck vom Outback zu bekommen und ein wenig rote Erde zu schlucken.


Somit seid ihr erstmalig seit einer Ewigkeit absolut aktuell informiert! Jabbadabbaduh!

Meine Abschiedsfeier in Euroa.

Mit Karen gehe ich jeden Abend mit ihren drei Hunden ins Arboretum und treffe mich dort mit anderen Hundehaltern. Wir gehen alle gemeinsam schwimmen, um uns abzukühlen. Wir hatten jetzt eine ganze Woche mit Temperaturen über 40 Grad.

2 Gedanken zu „Waltzing Matilda“

  1. Hola miri 🙂
    Ist schon ziemlich abgefahren. Während ich sonst gemütlich aus meinem wohlig warmen Weimarer Nest in deinem Blog gelesen hab, tue ich das nun selbst vom anderen Ende der Welt aus. Von Ecuador. Heute auch noch wohlig warm aus dem Haus der Eltern einer Freundin von mir. Doch morgen mache ich mich in aller Frühe auf zu meinem ersten Ort irgendwo im Nirgendwo, zu Christian in seine Finca im Amazonas. Per Bus. Ich würde auch gerne trampen, will aber erst noch ein wenig Land und Leute verstehen, bevor ich das tue – oder eben nicht. Ich muss sagen, jetzt so, nach erst einer Woche in einem ziemlich fremden Land fällt es mir doch schwer, die Caicedos zu verlassen und alleine los zu ziehen. Dein Eintrag hat mir gerade Kraft gegeben und die verheißungsvolle Aussicht, mich vielleicht auch irgendwann weniger ängstlich und ganz selbstverständlich nur mit meinem Rucksack von einem Ort zum anderen zu bewegen. Ich werde mich erst mal an Workaways halten und hab nicht so wirklich Lust auf Großstädte. Also eigentlich so gar nicht. Mal sehen, wen ich ab morgen so treffen werde und wo es mich hinspült und wie sich dieser Strom anfühlen wird, in dem ich dann schwimme.
    Danke jedenfalls! Ich glaube, deine Abenteuer haben schon einem großen Teil dazu beigetragen, dass ich mich gerade in meine stürze.

    Fühl dich aus Ecuador gedrückt!
    Eva aus der Hegel 10 🙂

    1. Eva! Freu mich gerade riesig, dass ich dir als Motivation diene, haha!
      Ja, ich freue mich sehr,wenn andere Leute sehen, dass selbst „gewöhnliche Leute“ ungewöhnliche Reisen und Dinge vollbringen können. Folge deinem Bauchgefühl. Ich habe auch am Anfang ein paar Sicherheiten mehr genossen und mich erst nach ein paar Wochen getraut zu hitchhiken. Mach wann und wie es sich gut anfühlt. Geh nicht Hitchhiken, wenn du einen schwachen Tag hast, sondern, wenn du dich so richtig auf das Abenteuer freust 🙂 Du machst das schon! Genieße deine Reise! Freu freu freu 😀

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