„Die Leute sagten das geht nicht…“

…Da war eine, die hat das nicht gewusst
und hat es einfach gemacht.“

Ein Radfahrer auf der Autobahn.

Wie erklärt man, ohne arrogant zu klingen oder wie ein Hippie auf zu bunten Drogen, dass man „Kräfte“ hat? Ich halte mich inzwischen für recht talentiert darin groß zu Träumen und meine Träume zu „manifestieren“.
Immer wieder formuliere ich einen Wunsch, sende diesen ins Universum und mit der richtigen Einstellung und „Technik“ wird dieser Wunsch irgendwann und zu gegebener Zeit wahr. ^^
Wahrscheinlich verliere ich jetzt ein paar Abonnenten, „Oh nein, jetzt fängt sie mit diesem Quatsch an…“

Wie auch immer, hier war mein Wunsch: ich suche ein Boot von Australien nach Vanuatu (Vanu-Wo?), damit ich meinem Freund Andi und meiner geliebten Kama, alias der Dicken, helfen kann nach Deutschland zurück zu kehren. Die meisten von euch haben wahrscheinlich noch nie was von Vanuatu gehört.

Ja ja, das war ein kleiner Schock, als mein Lieblingspirat mir offenbarte, dass er gedenkt so schnell es geht nach Deutschland und für ein paar Jahre zurück ins „Tal der Gesetzlosen“ zu kehren (sein irdisches Zuhause in Niedersachsen). Ich kann mir diesen Mann nicht dauerhaft woanders als auf Kama vorstellen; so etwas gibt es gar nicht! Er wollte doch eigentlich noch viele Jahre auf den Sieben Weltmeeren herum vagabundieren – und ich wollte ihn doch hier und dort begleiten, sein Piratenlehring sein!
Aber nun gab es eine neue Aufgabe: die Dicke bis Sommer 2020 nach Deutschland bringen und ich hatte Andi versprochen ihm zu helfen, wo ich konnte – Indianerehrenwort. Also muss ein Boot her. Von Australien nach Vanuatu, wo Andi und ich uns treffen würden. Ich würde aus Australien anreisen und Andi von Neuseeland, wo anscheinend Wetten zwischen meinen Seglerfreunden abgeschlossen wurden, ob mir die Anreise per Anhalter auf einem Schiff gelingen würde oder nicht. Ach ja, es gibt doch immer die eine Hälfte der Zuschauer, die hofft, dass du scheiterst…

Ein kleiner Wunsch ans Universum. Ich suche ein Boot von Australien nach Vanuatu.

Ich begann also mit meinem „Manifest“. Inzwischen hatte ich eine gewisse Routine für das Manifestieren von Segelmitfahrgelegenheiten:
Zettel aufhängen, parallel auf der Website Findacrew aktiv sein und mit so vielen Seglern, wie nur möglich ins persönliche Gespräch kommen.

Ich begann in Coffs Harbour. In 14 Tagen verteilte ich auf einer Strecke von über 921km meine Zettel, ging in jede Marina, in jeden Waschsalon, in jeden Yachtclub, in jede Werft, in Touri Zentren und Supermärkte, wurde hierhin und dorthin geschickt, hatte Schwierigkeiten mit Seglern in Kontakt zu kommen, da alle Marinas abgeriegelt sind und man nur in die Büros kommt…. All das per Anhalter. Es war anstrengend!

Die Reaktion der Angestellten war meist die Gleiche: nein wir kennen niemanden und wir erfahren auch meist nicht wohin die Leute segeln, außerdem sind hier nur lokale Boote. Außerdem bist du ein paar Wochen zu früh. Deine beste Chance ist Facebook. Alle verwiesen mich aufs Internet. Immer dieses doofe Internet. Mir wurden ein paar Gruppen genannt, denen ich beitreten solle – aber ich war nicht überzeugt. Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass der frühzeitige, direkte Umgang mit Seglern und meine Zettel in den Laundry Räumen der Marinas die richtige Zielgruppe erreicht. Denn ein Segler kennt ein Dutzend andere und beim Sundowner stecken sie ihre Köpfe zusammen und überlegen, wen sie kennen, der aushelfen könnte. Und dann haben sie schon einen persönlichen Eindruck von mir. Ein viel besseres Netzwerk als Facebook, wie ich finde. Aber was solls, ich versuchte es natürlich trotzdem auch auf der digitalen See.

Eine typische Bucht an der stark bevölkerten australischen Ostküste.

Ich erreichte die Stadt nach meinen Wochen im trockenen Outback erst am späten Nachmittag, kannte mich nicht aus und fragte mich durch bis zur Marina, die ich kurz vor Sonnenuntergang erreichte. Die Hitze war erstickend, die Wälder mit ihrem satten Grün trieften vor Feuchtigkeit. So schwül! Es war schön später als mir lieb war, aber ich dachte mir, dass ich am Strand zur Not immer Zelten kann (da hatte ich noch nicht die heranziehenden Gewitterwolken gesehen).
Ich fragte mich am Yachtclub durch bis zur Mitgliederbar, wo ich hoffte auf ein paar Segler zu treffen. Ich hatte Glück, Donnerstags ist das Regatta Segeln der Mitglieder und sie würden in Kürze eintreffen, um ihre Ergebnisse zu erfahren, zu klönen und ein paar Biere zu schnorpseln.
Ich setzte mich in den noch leeren Raum an einen Tisch und fertigte meinen ersten Aushang an.

Ich schreibe sie per Hand, das gibt ihnen mehr Charme als ein Ausdruck und unterstreiche die wichtigsten Punkte in Farbe. Mein Aushang soll sich am Brett von anderen abheben.

Die Segler kommen und es wird laut, aber aus irgendeinem Grund fühle ich mich nicht in Interaktionslaune. Ich beobachte von meinem Tisch aus. Und werde beobachtet. Aber ich bin ausgelaugt von einem langen Tag, ja Wochen des Anhalterfahrens, den vielen Konversationen, die ich heute schon geführt habe. Gerade als ich beschließe, dass ich mich nun verkrümeln möchte und ausnahmsweise auf die Chance mit Seglern zu sprechen verzichten kann, fängt es so dermaßen an zu regnen, blitzen und donnern, dass ich doch noch ein Getränk bestelle und mir denke, Menno, es hat sicher seinen Grund. Jetzt gehste mal unter die Leute und gibst dir nochmal ein bisschen Mühe.
Tatsächlich. Es ist im Nachhinein betrachtet das einzige Mal gewesen, dass es mir vergönnt war persönlich mit Seglern zu sprechen und meine Geschichte zu erzählen und somit die Wurzeln meiner Suche in alle Richtungen auszustrecken.

In Coffs lerne ich meine „australische Familie“ kennen.

Ich lerne an diesem Abend meine „australischen Eltern“ kennen, Jacqui und Michael, die unweit des Hafens wohnen und mir ihr Gästezimmer anbieten, als ich während des Gewitters (um die Dramaturgie meiner Frage zu untermalen) nach einem Zeltplatz frage. Ja, man muss manchmal ein wenig strategisch sein und auf das Mitleid der Leute appellieren. Solange sie glaubhaft spüren, dass man tatsächlich mit einer Niederlage rechnet und umgehen kann (in diesem Beispiel der Nacht im Nassen) sind bisher alle Menschen sehr großzügig mit ihrer Hilfe gewesen. Wir verstehen uns letztendlich so gut, dass ich vier Tage bleibe, Apfelkuchen backe, sie mit mir Ausflüge machen, unter Anderem zum Koala Krankenhaus, weil ich inzwischen denke, dass Koalas ein Mythos sind, und ich bei Abreise als dritte Tochter bezeichnet werde. Ein paar Wochen später besuchte ich sie wieder. Da regnete es immernoch.

Da kann man nicht anders, als vor Entzückung dahinschmelzen.
Sie sind doch kein Mythos, es gibt sie wirklich! Nach Monaten sehe ich meine ersten Koalas. Und komme aus dem Oh-wie-Süüüßen gar nicht mehr heraus.
Ich treffe sie leider nicht in der Natur, sondern in einem Koala Krankenhaus, wo sie nach erfolgreicher Behandlung wieder freigesetzt werden.
Wie die Besucher erfahren, gehen sämtliche Leiden der Koalas letztendlich auf den Menschen und den bedrohten Lebensraum zurück…
Vor allem der verringerte Lebensraum ist Schuld. Denn er deckt sich mit dem der Menschen. In der Folge teilen sich nun mehr Koalas ein Revier, es entstehen Krankheiten. Desweiteren verunglücken viele auf Straßen oder in Buschfeuern , die ebenfalls auf die Rechnung der Menschen gehen.
Einige der Patienten sind unheilbar und bleiben hier und werden liebevoll gepflegt.

Zehn Tage nach Ankunft an der Küste habe ich dann Bundaberg erreicht, das am Südende des Great Barrier Riffs liegt, und beende meine Aushang-Rally hier. Alle Segler nördlich von hier werden aller Vorraussicht nach nicht in die Richtung segeln, in die ich möchte; das Riff versperrt den Weg nach Osten und die überwiegende Windrichtung ist auch verkehrt.
Ich habe zwischen Port Macquarie, wo ich die Koalas besuchte, und Bundaberg über 50 Zettel in Marinas, Supermärkten, Waschsalons und Bootszubehörshops verteilt, über 1000 km zurück gelegt und viele neue Menschen kennen gelernt und sogar in meine Mission mit eingebunden. Einige meiner Anhalter versuchten in ihren Bekanntschafts- oder Arbeitskreisen nach einem Boot für mich zu suchen und blieben noch einige Zeit mit mir in Kontakt. Es ist herrlich. Mit ein paar Bekanntschaften verstand ich mich so gut, dass wir Freunde wurden und uns Wochen später wieder trafen und auch heute noch in Kontakt stehen.

Eine besonders beeindruckende Erfahrung war meine Bekanntschaft mit der Familie Price. Ich lernte Charene an einer Tankstelle kennen und bat sie mich an einem Park abzusetzen. Sie bot an auf ihrem Grundstück zu zelten. Und am Sonntag…
…Ging es zu einem Rock- und Popkonzert, äh, nein, in die Kirche! Sowas hatte ich noch nie gesehen und nicht für möglich gehalten. Nebelmaschine, E-Gitarre und Verstärker, Videoprojektionen und Sänger mit betörten Blicken…. Eine gutbezahlte PR- und Kommunikationsabteilung (man will es fast Propaganda-Ministerium nennen) vermittelt sowohl im Virtuellen, als auch im Räumlichen eine moderne und trendige Kirche. Ich bin misstrauisch angetan. Doch als nach der gut gemachten Messe eine ältere Dame völlig aufgelöst ist, als ich auf Ihre Frage, ob ich an Jesus glaube, sage, dass ich an Gott, aber nicht an Jesus glaube, wandelt sich meine interessierte Einstellung doch wieder in Ablehnung. Helen erklärt mir lange, daß ich nicht in den Himmel kommen werde, solange ich nicht an die Dreifaltigkeit Gottes glaube, denn dann würde mein Name nicht in den Büchern der Himmelspforte stehen. Sie holt eine Freundin herbei, um mir auszureden, dass ich auch ohne Jesus eine direkte Konekte zu Gott habe, und um für mein Seelenheil zu beten. Das reicht mir doch alles wieder. Menno.
Und in Bundaberg wohne ich bei Debra und Michael, Familie von Freunden aus Victoria. Sie betreiben hier eine Erdbeerfarm und Pflanzenzucht für die anderen Farmen der Gegend.
Als Dank für meine Unterkunft helfe ich einen Tag beim Setzen der Samen mit.
Die Erdbeerpflanzen.
Und die Pflanzenzucht. Da ham wa den Salat.

Jetzt wo alle Zettel verteilt waren, hieß es abwarten und ablenken. Denn genau genommen waren die Aussagen der meisten eher demotivierend – aber ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass es genau SO schonmal geklappt hatte und ich musste an meinen Weg glauben. Es gibt nicht viele Leute, die auf Segelbooten per Anhalter fahren und die Schlussfolgerung der meisten Menschen ist daher in der Regel eher: Boa, das ist unmöglich, du wirst das nicht schaffen.
Da ist es manchmal schwer optimistisch zu bleiben und an meine „Fähigkeit zu Manifestieren“ zu glauben. Daher versuche ich mich abzulenken.

Ich schlafe in diesen Wochen entweder versteckt in dem Wäldern, oder am Strand auf nur einer Matte. Ein neues Gefuehl von Freiheit

Ich trampte wieder von Bundaberg ein paar hundert Kilometer Richtung Süden und traf mich dort mit dem eigens angereisten Yasha aus Arapiles. Wir wollten klettern.

Wiedersehen mit Yasha aus Arapiles.

Ihr erinnert euch vielleicht an meine Beschreibung der Kletterer, die ich in Mount Arapiles kennen lernte. Yasha, alias Ninja, war einer der Letzten, mit denen ich klettern ging und nun war er hinaufgefahren und zeigte mir die Kletterspots seiner Heimat Queensland. Er kommt nämlich ursprünglich von der „Sunshine Coast“, das ist der Abschnitt der Ostküste nördlich von Brisbane.

Wir zelten 10 Tage bei den Glasshouse Mountains.

Wir zelteten 10 Tage bei Dauerregen und Moskitoplage in der Nähe der „Glasshouse Mountains“, die nicht nur spektakulär aus der Landschaft ragen und einen besonderen Rang in der Mythologie der Aborigines haben, sondern auch kletterbar sind, vorausgesetzt es regnet nicht….Leider macht es nicht so viel Spaß zu klettern, wenn man von 152 Moskitos pro Kubikmeter umgeben ist, die einen sogar durch die Kleidung beißen, kaum hat man das Zelt verlassen. Als Resultat gingen wir nur einmal klettern und machten stattdessen spastische Wanderungen (wg der Mücken) oder fuhren mit Yashas Auto an die Küste zum Strand, denn dort gab es keine Mücken, nur Regen. Oder wir verbrachten Stunden in den Second Hand Shops und verkleideten uns.
Nach 10 Tagen zogen wir lieber um und wählten einen neuen Zeltplatz. Halleluja, hier gab es keine Mücken. Wir gingen gelegentlich klettern (wenn mal die Sonne schien) oder widmeten uns „den Künsten“, die Yasha wieder aus mir heraus kitzeln wollte.

Auch die Kunst schützt vor Mücken nicht.
Nach vielen Jahren der Kunstlosigkeit, fange ich wieder an zu malen.
Und klettern nicht vergessen. Yasha gibt mal wieder an 😛
Unsere Kletterwand

Kaum zwei Wochen nach Beendigung meiner Rally, hatte ich von mehreren Leuten schon Anrufe bezüglich meiner Anzeige bekommen. Ich telefonierte mit ein paar Seglern, die in andere Richtungen wollten und mir einen Platz an Bord anboten, traf mich sogar mit einem, der noch nützliche Tipps hatte, doch mit Francis‘ Nachricht wurde es endlich ernsthaft interessant. Er fuhr exakt im gewünschten Zeitraum in exakt die gewünschte Richtung. Ziel Vanuatu.
Ich war sehr aufgeregt und verabredete mich mit ihm zum Kennenlernen.
Per Anhalter fuhr ich die 150 km nach Mooloolaba, um Boot und Skipper kennen zu lernen. Ich erduldete die spanische Inquisition von Skipper Francis, der sicher gehen wollte, dass ich nicht ein totaler Reinfall war, wie ein paar seiner früheren „Anwerber“.
Jedes Jahr fährt der pensionierte Biochemiker von Australien Richtung Vanuatu, um den Ruhestand zu genießen und dem australischen Winter zu entkommen. Er teilt seine Reisen gerne mit Fremden und Freunden und sucht jedes Jahr Mitfahrer für seine Überfahrt und auch fürs Inselhopping während „der Saison“. Er fragte mich nach meiner Kindheit, meinen Eltern und Ex-Parntern, prüfte sogar meine Hände, um meine Geschichte mit der Arbeit als Handwerker während meiner Wanderjahre auf Glaubhaftigkeit zu prüfen. Sowas hatte ich noch nicht erlebt. Aber irgendwie fand ich es lustig statt lästig und ertrug die Inquisition mit Gelassenheit. Ein paar Themen wurden angerissen, die mir zeigten, dass ich es hier mit einem Mann zu tun hatte, der in vielerlei Hinsicht in einer ganz anderen Welt lebt, als ich und dessen Werte und Ansichten sich krass von meinen unterscheiden. Doch wollte ich mich davon nicht abschrecken lassen und deswegen auf diese wundervolle Chance verzichten, mein Ziel zu erreichen.

Der Alu-Katamaran LOGIC bringt mich bald nach Vanuatu. Mein Wunsch geht in Erfüllung.
Die geplante Route mit dem Katamaran.

Am Ende des Vorstellungsgesprächs bot er mir eine „Position“ anbord seines Katamarans LOGIC an. Noch nie war ich einen Katamaran gesegelt und zugegebenermaßen hatte ich so meine Vorurteile – aber dann gibt es ja nix besseres als empirisch zu testen, ob an den Vorurteilen was dran ist.
In zwei Wochen (Ende April) sollte es losgehen, wir würden zu dritt oder viert sein, ein Crewmitglied stand noch auf der Kippe, und zunächst von Mooloolaba nach Coffs Harbour segeln, von dort Richtung Lord Howe Island, das noch zu Australien gehört und von dort aus, über Neukaledonien, nach Vanuatu. Planmäßige Ankunft: um den 20 Mai. Das deckte sich recht gut mit Andis Zeitplan und ich nahm Francis‘ Einladung mit größter Dankbarkeit und Stolz an. Mein Plan schien perfekt aufzugehen. Das Manifest hat mal wieder funktioniert 😀

Während der letzten zwei Wochen half mir Yasha großzügig noch alle letzten Vorbereitungen und Besorgungen zu erledigen. Andi wünschte sich einen Hut aus Känguru Leder und ein neues personalisiertes Logbuch für die Kama und ich brauchte für mich selbst noch einen Vorrat an Peanut Butter, nach der ich inzwischen süchtig war. Wir fuhren sogar Kreuz und Quer durchs Land, um mir eine wunderbare Belohnung zu gönnen: Leucht-Pois, damit ich weiterhin an dieser neuen Beschäftigung Freude finden würde und eine besondere Erinnerung an meine Zeit mit den Kletterern aus Arapiles dabei haben würde.

Am 25. April setzte mich Yasha bei LOGIC ab und nach einer letzten Nacht unter freiem Himmel am Strand, segelten Francis und ich am nächsten Morgen um 6:30 Richtung Brisbane ab, wo wir das letzte Crewmitglied, Nick, abholten und unser Segelabenteuer begann.