Tapati! 

​Kurz vor der Eröffnung:

Es ist immernoch viel zu tun am Lager von Tahira. Die Trachten der Damen sind fertig, ebenso meine Kronen, aber es fehlen noch etliche Kostüme für die Musiker und da inzwischen weniger Helfer kommen, ist es knapp. Jessica die Schneiderin muss bis Samstagabend noch mehrere Kleider maßschneidern, und ein Küchenteam wird ab sofort Tag und Nacht daran arbeiten alle Teilnehmer und Helfer mit Essen und trinken zu versorgen. 14 schlaflose Nächte stehen einigen bevor, den anderen zumindest schlafärmere Nächte.

Tag 1 – Feierliche Eröffnung

Am Abend gegen 20 Uhr trudelte langsam Tahiras Familien und Bekanntenkreis am Basislager ein, um sie mit Gesang, Musik und schicker Kleidung zur Bühne zu begleiten, die nur wenige Meter entfernt liegt. Das Fest sollte um 21:45 beginnen und sie gingen zeitig los und kamen vor der anderen Kandidatin an. Die ganze Meute ist auf die Bühne geschunkelt und hat mit Leib und Seele gesungen noch bevor das eigentliche Abendprogramm startete. Das hat bei der anderen Gruppe wohl für Verwunderung gesorgt, der ein oder andere bissige Kommentar soll wohl gefallen sein.
Das offizielle Programm begann mit langweiligen Danksagungen und schließlich dem gemeinsamen Auftritt der vier Kandidaten, die sich alle einzeln vorstellten und zumindest bis dahin noch sehr harmonisch und wenig kämpferisch wirkten. Fer wirkte als einziger ein wenig unbeholfen und als sei ihm das alles gar nicht so recht. Es war eindeutig Tahira die präsentere, Fer wirkte wie ein Hündchen, das sie gerade ausführte. Doch als er sich vorstellen musste,  tat er es gut und als einziger mit englischer Übersetzung. Seine Stärken sind die Bühnentänze, aber er ist kein Entertainer.
Die Gegnerin, eine schlanke Schönheit, wirkt zerbrechlich und zart. Tahira scheint mehr Temperament zu haben.

Anschließend traten zwei Gruppen auf. Die ersten machten eine Art Schamanentanz und gaben den wichtigsten Persönlichkeiten und Gästen einen Happen von irgendeinem Opferessen, die zweite Gruppe war eine reine Tanzdarbietung mit Tänzen aus ganz Polynesien, angefangen mit Rapa Nui, dann Neuseeland, Hawaii und Tahiti. Die Truppe hatte grandiose Kostüme und sah fantastisch aus. Da ich in den letzten Wochen so nah an der Kostümmanufaktur dran war, interessiert mich das natürlich jetzt viel mehr.

Der ganze Abend war sehr schön, das schlechte Wetter ist gewichen und es hat gehalten und das Bühnenbild ist fantastisch. Jedes Jahr wird ein Künstler beauftragt das Bühnenbild zu gestalten und wer auch immer es war, hat unglaubliches malerisches Talent. Er hat mehrere alte Leute, die hier eine wichtige Rolle als Wissensträger und Vermittler spielen, abgebildet. Ob sie direkt mit den Kandidaten in Verbindung stehen, weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall sehen Sie großartig aus mit der Beleuchtung. In ihrer Mitte ein gigantischer Krieger mit bestimmten Augen und einem langen Feder oder Blättermantel, der sich über die Bühne ergießt.

Tag 2 – Rano Raraku Triathlon
Wow, heute war ein unglaublicher Wettkampf.  In dem Vulkankrater in dem einst der Steinbruch für die Moai war und aus dessen roter Erde hunderte Moai noch immer neugierig ihren Kopf strecken, fand dieses Jahr zum vorläufig letzten Mal ein Triathlon statt, der es in sich hat. Vier Kategorien sind angetreten: Erwachsene Herren (23-40 Jahre) , Jugend Herren(bis 21), Damen und Kandidatinnen, und zu guter Letzt die Kinder. In jeder Kategorie treten die Teilnehmer für eine der beiden Kandidatinnen an. Tiare, unsere Gegnerin hat die Farbe weiß, und wir rot.

Der Triathlon besteht aus folgenden Sportarten: zuerst wird auf einem Totora-Boot und mit sehr spärlicher Bekleidung einmal durch den Kratersee (haha, meine Autokorrektur schlägt Kräutertee vor ^^, passt auch, wenn man die Farbe des Wassers betrachtet) gepaddelt. Anschließend wird mit Bananenstauden, die ein Gesamtgewicht von 20kg haben eine komplette Runde um den Krater gerannt, dann eine halbe Runde ohne Bananen und zuletzt auf einem Totora -Floß durch den See geschwommen.

Die Totora Floße
Runde 1: Hoe! rudern

Es ist Wahnsinn, wie heftig dieser Wettkampf ist und ich staunte nicht schlecht über die Leistung der Jungs und Herren, aber auch der Damen, die dasselbe nur ohne die Bananen machen und die Kinder, die nur Rennen und Schwimmen. Unser süßer Pari, der 10 jährige Sohn von Neka hat den zweiten Platz gemacht und ich hatte Pippi in den Augen, weil ich mich so für ihn gefreut hab, allerdings wollte er erster werden, weil er letztes Jahr auch zweiter wurde. Nicht schlecht der kleine Bengel.

Bananenwiegen, im Hintergrund rechts steht Fer.
Runde 2: Rennen mit 20kg
Runde 3: Schwimmen mit Totora Floß 

Leider ist es insgesamt für unsere Gruppe heute eher schlecht gelaufen, die meisten Siegerränge wurden von dem weißen Team belegt, das sehr starke Teilnehmer hatte und soweit ich das einschätzen kann auch mehr.
Der erste Wettkampf geht also definitiv an Team Weiß von Tiare. Der Pakaraticlan ist wohl schon immer für seine körperlichen Stärken bekannt. Sie stellen immer die besten Sportler auf und wer auch immer diese auf seiner Seite hat, wird in der Regel diese Wettkämpfe gewinnen.

Heute Nacht kommen dann die Gesänge und Rezitationen dran, darin könnte Tahira punkten. Ihre Familie hat eindeutig musikalische Stärken.

Ich werde berichten.

2 Gedanken zu „Tapati! “

  1. hey miri ….aus dem winterlichen ,eiskalten karlsruhe schicke ich dir ganz herzliche grüsse und na klar ich drücke eindeutig für TAHIRA und ihren clan die daumen …und ,dass alles friedlich abgeht.und ja also das bühnenbild sieht fantastisch aus ,yeah ,da würde ich jetzt auch gerne zugucken ,tolle bilder…ah bei uns zeigt sich grad die sonne am himmel ,die letzten tage waren klirrend kalt aber oft etwas trübe hier,sobald die sonne sich zeigt ist der winter wunderbar …ich wünsche dir viel freude bei den wettkämpfen und ,dass du zwischendurch genug mützen von schlaf nehmen kannst …
    stell dir vor die merkes werden im april umziehen ,lasses los hat gewonnen und sie ziehen in eine grössere wohnung um ,alle sind schon ganz aufgeregt.glücklicherweise wird eine umzugsfirma engagiert ,die sich um die schweren möbelstücke kümmert .
    beim arbeiten gehts hin und her mit meinen emotionen und dem leidigen drum rum ,ich betrachte es als notwendige übung, endlich auf meine „älter werdenden tage“ gelassenheit und vertrauen in das was ist zu entwickeln …. ende februar geht die heiler-jahresgruppe mit renate los…darauf baue ich …..es ist schön zwischendurch immer mal wieder zu dir und auf die osterinseln zu reisen …das öffnent den blick und erfrischt meinen alltag ….danke und bis gleich…grüsse von mir und uns allen hier…lolith

  2. Hallo Miri,

    das war ja eine sehr farbige Schilderung. Man konnte sich das Fest und die Wettkämpfe sehr gut vorstellen. Wir wüschen Dir weiterhin so freudige Erlebnisse.
    Herzliche ‚Grüße Reni und Opa

Antworte auf den Kommentar von Opa und Reni Antwort abbrechen

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